An der Ecke Kreuzeskirchstraße/Viehofer Straße ist ein neuer grüner Aufenthaltsort für die nördliche Innenstadt entstanden: Mit dem Projekt „Das kleine Grüne – Sitzplätze mit Aussicht“ wurden drei bepflanzte Hochbeete, zwei Baumbeete und umlaufende Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum geschaffen. Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität im Quartier zu verbessern und mitten in der Innenstadt einen kleinen naturnahen Ort zum Verweilen zu schaffen.
Initiiert wurde das Projekt von der Initiative „Neue Fachgeschäfte“. Während klassische Fachgeschäfte in vielen Innenstädten verschwinden, verfolgt die Initiative einen anderen Ansatz. „Sie macht sichtbar, dass sich Fachwissen, Kreativität und Engagement in der nördlichen Innenstadt nicht nur im Handel oder in der Gastronomie finden, sondern ebenso bei sozialen Einrichtungen, Kulturschaffenden, Kirchen, der Stadtverwaltung oder der Hochschule für Bildende Künste“, erklärt Kristina Wendland von der Ehrenamt Agentur Essen e. V., die mit dem Treffpunkt CityNord seit zehn Jahren in der nördlichen Innenstadt wirkt.
So wurde die Ehrenamt Agentur zum „Fachgeschäft für Engagement“, die Kreuzeskirche zum „Fachgeschäft für Versöhnung“, das Feli’s zum „Fachgeschäft für Bier, Bett und Bühne“, das Begegnungszentrum am Weberplatz zum „Fachgeschäft für soziale Vielfalt und offene Türen“ oder KURTI zum „Fachgeschäft für Kulturwirtschaft“. Unterstützt durch den Verfügungsfonds des Bezirks I entwickelte sich daraus seit 2024 ein Netzwerk mit inzwischen mehr als 25 Beteiligten, die gemeinsam neue Perspektiven auf das Quartier sichtbar machen wollen.
Das kleine Grüne ist Vorbote auf die vielen Veränderungen im Kreativquartier. Hier kann man in Zukunft auch die Kreativen, die man in ihren Häusern, Spielstätten, etc. sonst nicht sieht, treffen und in lockerer Atmosphäre kennenlernen“, hofft Romana Milovic von KURTI.
„Allerdings“, so der Nightlife Koordinator Stefan Schindler-Schulze, „soll dies keine Einladung sein, das Nachtleben nach draußen zu verlagern. Wer in Clubs und Bars feiert, sollte auf dem Rückweg bedenken, dass hier viele Menschen wohnen und gerade schlafen.“  Im Zweifel werde er hierauf auf ansprechende Weise hinweisen.
„Das kleine Grüne“ ist bereits das zweite gemeinsame Projekt der Initiative. Die Umsetzung erfolgte im April 2026 gemeinsam mit Ehrenamtlichen, Jugendlichen, Nachbar:innen und „Fachgeschäften“/ lokalen Akteur:innen im Rahmen zweier Bau- und Pflanzworkshops. Gepflanzt wurden heimische, trockenresistente und insektenfreundliche Stauden sowie zwei gespendete Bäume – eine Felsenbirne und eine Kornelkirsche.
Finanziert wurde das Projekt im Rahmen vom Be-MoVe-Projekt der Stadt Essen, gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt als Teil der Forschung für nachhaltige Entwicklung, sowie mit Unterstützung der Ideenbörse der Grünen Hauptstadt Agentur. Beteiligt waren unter anderem die Initiative Neue Fachgeschäfte, Designer Frank Münter vom Bündnis Gemeinsam für Stadtwandel, die Gießkannenheld:innen, Ehrenamtliche aus dem Quartier sowie verschiedene städtische Stellen.
Der Auftakt-Fototermin wird unterstützt von der Stabsstelle Integration Bezirk I des Jugendamtes, die die Kosten für Getränke und Snacks übernimmt.
Mit „Das kleine Grüne“ möchten die Beteiligten zeigen, wie bereits kleinere Maßnahmen zu einer lebenswerteren, klimaangepassten und gemeinschaftlich gestalteten Innenstadt beitragen können. Das Projekt versteht sich als sichtbares Zeichen dafür, wie Stadtentwicklung gemeinsam mit Menschen aus dem Quartier entstehen kann.